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Comic-Zeichner
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Ludwig Kainer

1885 - 1967

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Der Filmausstatter, Illustrator und Maler Ludwig Kainer war nicht nur ein vielseitiger sondern auch äusserst vielbeschäftigter Künstler.

Nach seiner schulischen Ausbildung studierte er Medizin, doch schon bald wurde ihm klar, dass die Kunst die Welt sein würde,
in der er sich bewegen möchte.
Er ging nach Paris, wo er sich von den grossen Malern inspirieren liess. Zur gleichen Zeit etablierte er sich als Illustrator
und er steuerte von 1909 bis 1930 über 200 Zeichnungen für den „Simplicissimus“ bei. Auch im populären Heft
„Jugend“ erschienen verzeinzelt Arbeiten von ihm.

Nach seiner Rückkehr bezog er seinen Wohnsitz in Berlin, wo er sich zunächst als Graphiker von Plakaten
etablieren konnte. Es folgten Illustrationen für Publikationen wie „Die Dame“, „Styl“, „Sport im Bild“,
„Der Sturm“ und „Kleiderkasten“.

In der Filmmetropole Berlin kam er schliesslich auch mit diesem Metier in Kontakt und ab 1915
schuf er zahlreiche Filmkulissen für Stummfilme, oftmals für den ersten deutschen Filmstar
Filmstar Henny Porten.
Zu diesen Filmen gehören „Der Ruf der Liebe“ (16), „Gelöste Ketten“ (16), „Feenhände“ (17),
„Die Ehe der Luise Rohrbach“ (17), „Christa Hartungen“ (17), „Gefangene Seele“ (17),
„Die Claudi vom Geiserhof“ (17), „Die Faust des Riesen“ (17), „Auf Probe
gestellt“ (18) und „Agnes Arnau und ihre drei Freier“ (18).

In den 20er Jahren stattete er nur noch wenige Filme
aus, darunter „Die goldene Krone“ (20), „Kean“ (21),
„Sie und die Drei“ und „Inge Larsen“ (24).

In späteren Jahren folgten noch
Ausstattungen für den franzö-
sischen Film wie „Moulin Rouge“ (28),
„Au service du tsar“ (36) und „Entente cordiale“ (39).

Daneben entwarf Ludwig Kainer auch Kostüme für wenige
Filme wie „Agnes Arnau und ihre drei Freier“ (21), „Kean“ (21),
„Sie und die Drei“ (22), „Fräulein Raffke“ (23) und „Inge Larsen“ (24).

Populär wurde er in den 10er Jahren vor allem auch mit seinen Filmplakaten.
Zu diesen Arbeiten gehören „Irrwege“ (13), „Engelein“ (13), „Robert und Bertram“ (13),
„Barnet – Das Kind“ (13), „Vampyren – Liebeswahn“ (13), „Der Möwe-Film“ (13), „Max als
Wohltäter“ (13), Das Urteil des Arztes“ (14), „Ehre“ (17), „Monna Vanna“ (17), „Die Hochzeit im
Excentric-Club“ (17), „Sein schwierigster Fall“ (17), „Der schwarze Schofför“ (17), „Das Bildnis des Dorian
Gray“ (17), „Der Knute entlohen“ (17), „Die Faust des Riesen“ (17), „Agnes Arnau und ihre Freier“ (18), „Es werde
Licht“ (18), „Die Tänzerin Barberina“ (20) und „Bali – Das Wunderland“ (27).
Auch mit seinen Postern zu Anlässen wie „Wintergarten“ (17), „Valeska Gert – Groteske Tänze“ (17), "Ballet Charell" (18),
„Alhambra – Kammerballet“ (19), „Josephslegende – Städtische Oper“ (31), „Gussy Holl – Lindenkabarett“, „Porgy und Bess
am Stadttheater Zürich“ (50) und „Schutz vor Bakterien“ (55) brachten seine Kunst direkt zum Publikum.

Zudem avancierte Ludwig Kainer zu einem fleissigen Buchillustratoren für Werke wie „Kunst und Mode“ (10), „Wilde Sachen“ (11)
von Rideamus, „Momm Lebensknecht“ (12) von Ottomar Enking, „Holzbock im Sommer“ (13) von Peter Scher , „Judas“ (13) von
Carl Jacobi, „Croquignole“ (13) von Charles Louis Philippe, „Die kleine Stadt“ (13) von Charles Louis Philippe, „Bübü“ (13) von
Charles Louis Philippe, „Das Glück“ (13) von René Schickele, „Ehrlich zu sich selbst“ (14) von Wolodimir Winnitschenko,
„Um den Sohn“ (14) von Artur Landsberger, „Trimpopp und Manasse“ (14), „Die Spionin“ (15) von Otto von
Gottberg, „Das Paradies der Verbrecher“ (15) von E. G. Seeliger, „Sport Brevier“ (20), „Die purpurne
Flut“ (20) von Antonina Vallentin“, „Liebesmärchen“ (21) von Granand, „Der Geburtstag der
Infantin“ (22) von Oscar Wilde, „Ermelilne Firnis“ (22) von Arthur de Gobineau, „Das
Volk des Ghetto“ (23), „Gesellschaftskunst“ (24) von Alexander Gleichen-Russwurm,
„Die junge Frau“ (24) von Julie Elilas, „Die Insel der grossen Mutter“ (24) von
Gerhard Hauptmann, „Traum-Walter“ (25) von Donals Adams“, „Er und
Sie“ (28) von Ola Alsen, „Velhagen und Klasing Almanach“ (30), „Die
blaue Stunde“ von Adolf Goetz und „Der tragische
Direktor M.“ (45) von Erika Markwald.

1924 reiste Ludwig Kainer für ein Jahr nach Indien.

Ab
Ende der
20er Jahre wurde
Ludwig Kainer regelmässig
als Ausstatter für das Theater engagiert,
doch 1933 endete seine Laufbahn in Deutschland
mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten. Im gleichen
Jahr ging er in die Schweiz und danach nach Paris, wo er
ebenfalls beim Film tätig war.

Nach dem Krieg folgten Ausstellungen als Maler, ehe er sich ab
anfangs der 50er Jahre sich mehr und mehr ins Privatleben zurückzog.

Ludwig Kainer war mit der Malerin Lene Schneider verheiratet.

Links abgebildet ist ein Original-Aquarell von Ludwig Kainer.
Gerne werden Hinweise entgegengenommen, für
welchen Aufführung dieses Bild
entstanden ist.

Weitere Filmausstattungen:
Nahira (15) Der Schuss im Traum (15) Der Mann im Spiegel (16) Die Prinzessin von Neutralien (17)
Furcht (17) Höhenluft (17) Gräfin Küchenfee (18) Edelsteine (18) Das Geschlecht derer von Ringwall (18)
Ihr Sport (19) Exzellenz Unterrock (21) Das Paradies im Schnee (23) Komödianten des Lebens (24) 

 
 
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