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DER SCHWEIZER FILM |
André Perrottet von Laban![]() 1916 - 1956 |
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. Der Bühnenbildner und Filmausstatter André Perrottet von Laban wurde als Adelar Perrottet in Hombrechtikon geboren. Er wuchs in den ersten zwei Jahren in einer künstlerisch geprägten Familie auf – sein Vater war der Tänzer und Choreograf Rudolf von Laben und seine Mutter die Musikerin und Bewegungspädagogin Suzanne Perrottet. Doch kurz nach Ende des 1. Weltkrieges trennten sich die Eltern und sein Vater ging zurück nach Deutschland. Seine Mutter führte die vom Ehepaar gegründete Schule weiter und hatte wenig Zeit für den Sohn. So wuchs dieser bei Pflegeeltern, Heimen und zuletzt in Internaten auf. Im Internat entdeckte er seine Leidenschaft für das Schnitzen von Marionetten, um mit diesen Aufführungen zu machen. Dazu gestaltete er auch seine ersten Bühnenbilder. Mit dem Ende des Internatbesuches erhielt er 1933 eine Lehrstelle am Zürcher Stadttheater, wo er beim Bühnenbildner Roman Clemens arbeitete. Im Jahr darauf ging er als Volontär zusammen mit dem Regisseur Hans Zimmermann ans Berner Stadttheater, wo er auch erste eigenständige Bühnenbilder erschaffen durfte. Die Aussicht, in Zukunft als Bühnenbildner arbeiten zu können, führte ihn 1935 an die Akademie der Bildenden Künste in München. Nur ei nJahr später wurde er an das Stadttheater Basel als Bühnenbildner verpflichtet. Dort konnte er sich ausleben und er gestaltete bereits in der ersten Saison über 30 Bühnenstücke, darunter „Don Juan“, „Die verkaufte Braut und „Die schöne Helena“. 1938 nahm sich André Perrottet von Laban von der arbeitsintensiven Zeit am Basler Theater eine Auszeit und ging für ein Jahr für einen Sprachaufenthalt nach England. Mit seiner Rückkehr nach Basel 1939 folgten sieben weitere Jahre als Bühnenbildner. Dort arbeitete er unter anderem auch bei zehn Stücken des bekannten Regisseurs Franz Schnyder zusammen. Bereits 1937 realisierte er seine erste Filmausstattung für die Produktion „Kleine Scheidegg“ (37). Ab 1940 folgten weitere bekannte Schweizer Filme wie „Verena Stadler“ (40), „Das Weyerhuus“ (40), „Der achti Schwyzer“ (40), „Margritli und d'Soldate“ (40), „Der doppelte Matthias und seine Töchter“ (41), „De Hotelportier“ (41), „Der Kegelkönig“ (42) und „De Wyberfind“ (42). Schliesslich entschied sich André Perrottet von Laban 1946, als Bühnenbildner bei verschiedenen Gastspielen zu arbeiten und er gab seine Anstellung am Stadttheater Basel auf. Die finanzielle Lage verschlechterte sich deutlich, doch brachte sein Wirken bei Gastspielen viel Abwechslung. Als Bühnenbildner war in den nächsten Jahren in Baden-Baden, Zürich, Luzern und St. Gallen tätig, zudem gestaltete er die Bundesfestspiele von 1951/52 in Schaffhausen, Basel und Glarus. Für den Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler arbeitete er als Entwickler und Organisator für dessen Klubhaus-Veranstaltungen. 1950 stellte er erstmals seine Vision eines Rundtheater-Projektes vor. Dabei handelte es sich um ein ringförmig angeordnetes Bühnenbild, in dessen Mitte sich ein drehbarer Zuschauerraum befand. Mehrere Jahre lang versuchte er, dieses Projekt bei verschiedenen Theatern zu realisieren, doch letztendlich kam eine Realisierung nicht zustande. Enttäuscht von diesem Rückschlag ging er 1953 zurück an das Basler Theater, wo er mit dem dortigen Direktor Albert Wiesner zusammenarbeitete. Die fruchtbare Zusammenarbeit endete 1954 abrupt, als Albert Wiesner an einem Herzschlag verstarb. Mit dessen Nachfolger Hermann Wedekind stimmte die Chemie zwischen den beiden nicht und der Vertrag von André Perrottet von Laban wurde nach Ablauf im Januar 1956 nicht mehr verlängert. Seine Versuche, die Entlassung abzuwenden, scheiterten und der neuerliche Rückschlag stürzte ihn in eine grosse Krise. Nur zwei Wochen nach seiner Entlassung beging er im Alter von 40 Jahren Selbstmord. |