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DER INTERNATIONALE
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Alfred Lunt


1892 - 1977

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Der Schauspieler Alfred Lunt und seine Frau Lynn Fontanne gehörten zu den bedeutendsten Schauspielerpaaren des amerikanischen Theaters.

Alfred Lunt wurde als Sohn eines Arztes und nicht, wie häufig zitiert, eines Farmers geboren. Er wuchs in Milwaukee auf und wollte zunächst Design und Architektur studieren. Doch schon bald realisierte er, dass das Theater seine Welt war. 
Er wurde Mitglied bei den Carroll Players und wurde von der Direktorin May Rankin ins Spiel auf der Bühne eingeführt. 

Sein professionelles Debüt feierte er beim Castle Square Theater mit dem Stück "The Gingerbread Man".

Er konzentrierte sich fast ausschliesslich auf das Theater und agierte nur selten vor der Kamera. Als Alfred Lunt 1919 erstmals mit Lynn Fontanne zusammenspielte, entdeckten die beiden grosse Gemeinsamkeiten, drei Jahre später gingen sie den Bund der Ehe ein.

Beim Theater feierten die beiden grosse Erfolge, ab und zu agierte Alfred Lunt auch ohne seine Frau auf der Bühne, doch nach 1928 traten sie nur noch gemeinsam auf.

In der Stummfilmzeit wirkte Alfred Lunt in den Produktionen "Backbone" (23), "The Ragged Edge" (23), "Second Youth" (24), "Sally of the Sawdust" (25) und "Lovers in Quarantine" (25) mit.

Im Tonfilm kamen nur wenige weitere Produktionen zustande, darunter "The Guardsman" (31), wofür er eine Oscar-Nomination erhielt, und eine Episode der Fernsehserie "The United States Steel Hour: The Old Lady Shows Her Medals" (63).

Doch die grossen Erfolge erzielte Alfred Lunt mit seiner Frau auf der Bühne. Beim The Theatre Guild revolutionierten sie das Theater, indem sie ungewohnte Techniken anwandten wie das Überlappen der Dialoge, dem Zuwenden des Rückens zum Publikum und leidenschaftliche Berührungen.
Zu ihren bekanntesten Stücken gehören "The Doctor's Dilemma" (27), "Elizabeth the Queen" (30), "Amphitryon 38 (38) und "The Pirate" (42).

Eine ungewöhnliche Vertragsklausel handelten die beiden aus, als sie festlegten, dass sie nie im Sommer Theater spielen würden, stattdessen erholten sie sich vom Troubel in ihrem Heim "Ten Chimneys", welches schon bald Anziehungspunkt für Künstler wurde, sowohl des Theaters als auch der Literatur.

Die Karriere führten beide bis 1960 fort, ihre Abschiedsvorstellung begann bereits 1958 mit "The Visit", das zwei Jahre lief.

In seiner eindrücklichen Karriere gewann Alfred Lunt einen Emmy, zwei Tony Awards, für einen weiteren wurde er nominiert.

Seine grösste Rolle spielte er jedoch nicht auf der Bühne sondern im realen Leben. Seine Heirat mit Lynn Fontanne war eine sogenannte Lavender Hochzeit, eine Ehe zwischen zwei homosexuellen (oder bisexuellen) Leuten, um nach Aussen eine heterosexuelle Beziehung scheinen zu lassen. Dadurch verkörperten sie das ideale amerikanische Paar und das Publikum glaubte der Märchen-Romanze zwischen dem vermeintlichen Farmerjungen und zierlichen englischen Schönheit, die gemeinsam Starruhm erlebten. Ihre Ehe dauerte über 50 Jahre.

1999 wurde zu Ehren des Schauspielerpaares eine Briefmarke in den USA herausgegeben.
 

Weitere Filme mit Alfred Lunt:
Serie "Producers' Showcase: The Great Sebastians" (57) Serie "Hallmark Hall of Fame: The Magnificent Yankee" (65)


 
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