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INDEX SCHWEIZER FILMSCHAFFENDE DER SCHWEIZER FILM


 

PRAESENS FILM
Ein geschichtlicher Überblick über die bedeutendste Schweizer Filmproduktions-Gesellschaft


Geschichte


Die Praesens-Film AG war die bedeutendste Filmproduktionsgesellschaft der Schweiz und war entscheidend daran beteiligt, dass aus dem damals fast inexistentem Schweizer Film eine populäre Filmlandschaft wurde. Insgesamt wurden die Filme der Praesens mit vier Oscars ausgezeichnet. 

Gegründet wurde die Praesens Film AG 1924 von Lazar Wechsler und dem Flugpionier Walter Mittelholzer. Die Firma startete am 19. März 1924 mit einem Kapital von CHF 10'000.-- - ein Jahr nach der Gründung der Gotthard Film, welche 1923 ihren Startschuss fand. Im Gegensatz zur Praesens konnte die Gotthard Film aber nur wenige Filme realisieren, darunter die Stummfilme "Die Flucht ins Paradies" (23) und "Der Rächer von Davos" (24) und anfangs der 40er Jahre die künstlerisch anspruchsvollen Filme "Dilemma" (40), "Das Menschlein Matthias" (41) und "Der doppelte Matthias und seine Töchter" (41). 

Zu dieser Zeit war in den anderen Ländern rund um die Schweiz der Film längst eine etablierte Grösse, welche zahlreiche Filme auf den Markt brachten – Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Schweden und Dänemark gehörten zu den europäischen Marktführern. 

Der Start war daher nicht einfach in der Schweiz. Erfahrene Filmschaffende gab es im eigenen Land nicht und wer als Schweizer beim Film Beschäftigung finden wollte, arbeitete meist in Deutschland – so auch die späteren Schweizer Filmstars Heinrich Gretler und Armin Schweizer – oder aber die Darsteller konzentrierten sich auf das Theater. 

So produzierte die Praesens Film zu Beginn vor allem Werbe- und Dokumentarfilme aber auch Flugreportagen. Zu diesen Produktionen gehören "Bern" (26), "Zürich und der Zürichsee" (27), "Basel" (27) und "Die Uhrenfabrikation" (28). 
Wurden im ersten Jahr gerade mal 1000 Meter Filmmaterial verwendet, stieg diese Zahl bis 1930 auf rund 280'000 Meter.

Mit dem Aufkommen des Tonfilms begann auch der langsame Aufstieg der Praesens. Noch entstanden meist Kurzfilme wie der erste Tonfilm "Hello Switzerland" (29). 

Der erste Spielfilm entstand dank der Vermittlung durch einen Freund Wechslers mit dem legendären russischen Regisseur Sergej Eisenstein. Dieser konnte für den Film "Frauennot – Frauenglück" (30) als Produktionsleiter gewonnen werden und Eisenstein engagierte seinen Kameramann Eduard Tissé als Regisseur. Das Drehbuch verfasste Grigori Alexandrow und der Kameramann war hier bereits Emil Berna, der entscheidend das Bild des Schweizer Films prägen sollte. Zu den wenigen bekannten Schauspielern gehörten Johannes Steiner und Walburga Gmür.

Der Film erregte grosse Aufmerksamkeit, da er sich kritisch gegen das Abtreibungsverbot stellte und so mit zahlreichen Aufführungsverboten belegt wurde. Die Aufmerksamkeit der Filmwelt war der Praesens so gewiss.
Mit "Feind im Blut" (31) folgte ein weiterer kritischer Film, der die Thematik der Syphilis behandelte. Zu den Darstellern gehörten namhafte Schauspieler wie Gerhard Bienert, Ilse Stobrawa, Walburga Gmür und Margarete Kupfer.  Die Musik stammte vom bekannten Filmkomponisten Wolfgang Zeller.

Ein erster grosser internationaler Filmerfolg folgte mit "Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?" (32), welche von der Prometheus Film begonnen wurde. Nachdem die Firma in Konkurs ging, übernahm die Praesens den Film und stellte diesen fertig. Der sozialistische Film traf den Nerv der Zeit und wurde gut besucht. 

Die treibende Kraft bei der Praesens war dabei stets der Produzent Lazar Wechsler. Ein wichtiger Schritt zu einer selbständigen und bedeutenden Filmproduktion folgte mit der Zusammenstellung einer mehr oder weniger fixen Crew, auf die Lazar Wechsler regelmässig zurückgriff.

So avancierten Filmschaffende wie der Regisseur Leopold Lindtberg (später auch Franz Schnyder), der Drehbuchautor Richard Schweizer, der Kameramann Emil Berna, der Filmkomponist Robert Blum (später auch Walter Baumgartner) und der Cutter Hermann Haller zu den Tragsäulen der Praesens Film und des jungen Schweizer Films, die fast an allen grossen Produktionen der kommenden Jahre beteiligt waren.

 Weitere regelmässig eingesetzte Crew-Mitglieder waren der Filmausstatter Robert Furrer, der Make-up-Spezialist Adolf Meidert und der Kostümbildner Robert Gamma. 


Lazar Wechsler

Leopold Lindtberg

Richard Schweizer

Emil Berna

Hermann Haller

Robert Blum

Adolf Meidert

1933 schliesslich war es soweit, der erste Dialektfilm in Spielfilmlänge kam in die Kinos. In "Wie d'Warret würkt" (33) agierten bereits zahlreiche Darsteller, die regelmässig in den kommenden Schweizer Filmen auftreten sollten und so zu Filmlieblingen avancierten.

Emil Hegetschweiler verkörperte darin die Rolle des Konditor Hänggeler und Heinrich Gretler – der eben erst aus Deutschland in die Schweiz zurückkehrte, als die Nationalsozialisten die Macht übernahmen – spielte Heinrich Mettler. Armin Schweizer, Max Werner Lenz, Mathilde Danegger und Robert Trösch sind weitere Namen, die später immer wieder bei der Praesens zum Einsatz kamen. Regie führte Walter Lesch, das Drehbuch wurde bereits von Richard Schweizer verfasst. Die Kamera führte der bereits zum festen Ensemble gehörende Emil Berna und die Musik wurde von Robert Blum komponiert. Der Schnitt wurde von Käthe Mey ausgeführt, die bis anfangs der 40er Jahre für die Praesens arbeitete.


Danach realisierte die Praesens mit ihrem Mitbesitzer Walter Mittelholzer den Dokumentarfilm "Abessinien-Flug" (34), den Walter Mittelholzer als Pilot und Fotograf vorantrieb. Emil Berna war für die eindrücklichen Aufnahmen zuständig. 

Nach dem grossen Publikumserfolg von "Wie d'Warret würkt", produzierte die Praesens in den 30er Jahren weitere Dialektfilme für das Kino wie "Jä-soo! (35) mit Emil Hegetschweiler in der Hauptrolle – Leopold Lindtberg führte hier seine erste Regiearbeit, für die ihn Lazar Wechsler vom Zürcher Schauspielhaus geholt hatte und "Kleine Scheidegg" (37) mit Emil Hegetschweiler, Leopold Biberti und Armin Schweizer. Für Regie und Drehbuch war Richard Schweizer verantwortlich. 

Die Blütezeit des Schweizer Films folgte ab 1938. In Deutschland waren die Nationalsozialisten fest am Ruder, der Ausbruch des 2. Weltkrieges nur noch ein Jahr entfernt. Während des Krieges gelangten ausländische Produktionen nur noch selten in die Kinos und der Schweizer Film wurde so zu einer Macht im eigenen Land. Die Kinofilme lockten unzählige Zuschauer in die Kinos, die bei heutigen Kinofilmen nicht annähernd mehr erreicht werden. Nicht selten besuchten die Zuschauer den gleichen Film auch mehrmals. 

Dieser Erfolg belebte auch die Konkurrenz-Situation. So entstand anfangs der 40er Jahre die "Gloria Film", die zur grössten Konkurrentin der Praesens avancierte und bis anfangs der 60er Jahre Filme realisierte. In den 50er Jahren gründete Franz Schnyder die "Neue Film AG".

Den Auftakt zur goldenen Zeit des Schweizer Films machte "Füsilier Wipf" (38) nach einem Roman von Robert Faesi mit dem jungen Paul Hubschmid in der Hauptrolle. Der Film behandelt die Mobilmachung der Schweizer Armee und war aufgrund der Kriegsgefahr aus Deutschland topaktuell. Die Schweizer Bevölkerung war geprägt von dieser Gefahr, trotzdem erhielt der Film keine finanzielle staatliche Unterstützung. Rund 1.2 Millionen Zuschauer zog der Film in die Schweizer Kinos – gemessen an der damaligen Bevölkerungszahl ein ungeheuerlich grosser Erfolg. Leopold Lindtberg führte hier erneut die Regie. 

Danach folgte die ergiebigste Zeit der Praesens Film. Zwischen 1939 und 1945 entstanden 10 Kinofilme – von insgesamt rund 40 Filmen – viele davon gelten als Klassiker.

In "Wachtmeister Studer" (39) von Leopold Lindtberg wird eine Kriminalgeschichte nach einem Roman von Friedrich Glauser. Heinrich Gretler spielt hier eine seiner Paraderollen als Wachtmeister Studer. Anne-Marie Blanc feierte in dieser Produktion ihr Filmdebüt. Die Herstellungskosten für den Film beliefen sich auf etwas über 100'000.- Franken.


Es folgte "Die missbrauchten Liebesbriefe" (40), für den die zuvor entdeckte Anne-Marie Blanc für die Hauptrolle engagiert wurde. An der Seite von Paul Hubschmid, Heinrich Gretler, Emil Hegetschweiler, Rudolf Bernhard und Alfred Rasser avancierte sie zum absoluten Publikumsliebling. Schaggi Streuli verkörperte darin wie in den beiden Filmen zuvor jeweils eine kleine Nebenrolle. Sein Durchbruch sollte in den 50er Jahren folgen. 

Ihren Starstatus unterstrich Anne-Marie Blanc mit ihrer nächsten Hauptrolle in "Gilberte de Courgenay" (41), zu ihren Mitspielern gehörten Erwin Kohlund, Heinrich Gretler, Rudolf Bernhard und Zarli Carigiet. 

Dazwischen realisierte die Praesens den Film "Fräulein Huser" (40) – Regie: Leonard Steckel. Mit Trudi Stössel wurde ein neues Gesicht dem Publikum vorgestellt. 

Lazar Wechsler musste sich immer wieder mit Behörden, Auflagen und Vorschriften auseinandersetzen, die er aber stets zu umschiffen wusste. So war es den Behörden ein Dorn im Auge, dass zu Zeiten des Krieges ein Ausländer (Leopoldt Lindtberg als Österreicher) Schweizer Filme drehte. Kurzerhand engagierte Lazar Wechsler daraufhin Franz Schnyder als Regisseur für "Gilberte de Courgenay", um die Hürden aus dem Weg zu schaffen. Für Schnyder war dies seine erste Regiearbeit für einen Film. 

Bei einer anderen Gelegenheit setzte Lazar Wechsler für die Regie bei den Aussenaufnahmen den Regie-Assistenten ein und Leopld Lindtberg übernahm die Regie bei den Studioaufnahmen, wo eine unerwartete Kontrolle seitens der Schweizer Behörde schwerer war. 

Mit Leopold Lindtbergs "Landammann Stauffacher" (41) folgte ein weiterer Film im Dienste der geistigen Landesverteidigung und erzählte die Ereignisse um 1314/15 vor der Schlacht beim Morgarten. Heinrich Gretler als Stauffacher, Anne-Marie Blanc, Emil Hegetschweiler, Zarli Carigiet, Johannes Steiner, Robert Trösch und Leopold Biberti führten die illustre Besetzung an. 

Ebenfalls auf einen historischen Inhalt griff der nächste Film "Der Schuss von der Kanzel" (42) zurück. Der im 17. Jahrhundert spielende Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Conrad Ferdinand Meyer. 

In "Das Gespensterhaus" (42) greift der Film auf das Buch von Uli Wichelegger zurück, der von einem Gespensterhaus in der Berner Altstadt berichtet. Dieses Haus gibt es dort tatsächlich und gab für den Film Anlass für eine komödiantische Umsetzung. Franz Schnyder führte hier zum zweiten Mal für die Praesens die Regie. 

Für den Film "Wilder Urlaub" (43) wurde Robert Trösch für die Hauptrolle eines Deserteurs eingesetzt, der zuvor schon regelmässig in Nebenrollen besetzt wurde. Erneut war Franz Schnyder für die Regie verantwortlich. Der Film wurde wohl zu dieser Zeit nur deshalb akzeptiert, weil der Grund für das Desertieren des Soldaten ein vermeintlicher Totschlag war und nicht eine politische Einstellung. Da der Film an den Kinokassen floppte, war dies seine vorläufig letzte Regie-Arbeit. Erst zehn Jahre später konnte er beim Film wieder Fuss fassen und schuf mit Filmen wie "Uli der Knecht" mehrere Filmklassiker für die Gloria Film. 

Ein ambitioniertes Werk entstand mit "Marie-Louise" (44), die die Kinderflüchtlinge des 2. Weltkriegs zum Thema hatte. Nebst gestandenen Schauspielern wie Heinrich Gretler, Margrit Winter, Armin Schweizer, Fred Tanner oder Schaggi Streuli kamen auch unbekannte Darsteller zum Zug. Der Film war international erfolgreich und wurde mit einem Oscar für das beste Drehbuch (Richard Schweizer) ausgezeichnet. 

Vom Erfolg beflügelt ging die Praesens mit ihrem nächsten Projekt ebenfalls ein international aktuelles Thema an. In "Die letzte Chance" (45) wird die Einwanderungspolitik der Schweiz kritisch unter die Lupe genommen. Der Film wurde mit wenigen Ausnahmen mit Laiendarstellern besetzt, auch die drei Hauptrollen der drei US-Soldaten wurden von ehemaligen Kriegsgefangenen, denen die Flucht gelang, verkörpert. Zu den professionellen Schauspielern gehörten die beeindruckende Therese Giehse, Sigfrit Steiner und Leopold Biberti.

Die Realisation des Filmes zeigte auch den Mut, den Lazar Wechsler aufbrachte, als er das Projekt anging. Die Dreharbeiten begannen bereits 1944, als die Schweizer Regierung ihre Grenzen bereits schloss, um dem Flüchtlingsstrom Herr zu werden. In dieser Phase einen kritischen Film zu dieser Politik zu drehen, war ein Wagnis sondergleichen. Im Ausland wurde der Film gefeiert und mit Preisen überhauft, darunter dem Grossen Preis von Cannes und dem Golden Globe. Dieser Film von Leopold Lindtberg war die letzte Produktion der Praesens während des 2. Weltkrieges. 


Nach dem Krieg produzierte Lazar Wechsler weiter Filme mit Schweizer Kolorit aber auch internationale Filme, die er aufgrund des grossen Erfolges mit "Die letzte Chance" und den daraus resultierenden Kontakten in Hollywood umsetzen konnte. 

 Als erster Nachkriegsfilm entstand eine neuerliche Verfilmung eines Romans von Friedrich Glauser um die Figur Wachtmeister Studer. Heinrich Gretler verkörperte erneut die Hauptrolle in "Matto regiert" (47) unter der Regie von Lindtberg. Weitere Akteure waren Heinz Woester, der seine erste Hauptrolle spielte, Adolf Manz, Johannes Steiner, Mathilde Danegger, Hans Gaugler, Emil Hegetschweiler, Max Haufler, Armin Schweizer, Max Werner Lenz, Zarli Carigiet, Walburga Gmür, Sigfrit Steiner und Emil Gerber. Der Film war in der Schweiz dank der zahlreichen namhaften und beliebten Darsteller erfolgreich, im Ausland hingegen floppte die Produktion. 

Mit "Die Gezeichneten/The Search" entstand die nächste internationale Produktion. Für die Regie konnte kein Geringerer als Fred Zinnemann gewonnen werden. Die Hauptrolle spielte der damals noch unbekannte Montgomery Clift, der hier sein Leinwanddebüt gab. Richard Schweizer erhielt zusammen mit David Wechsler seinen zweiten Oscar für die beste Story. Für das Drehbuch und die Regie gab es immerhin noch je eine Oscar-Nomination. Zudem erhielt der Film den Golden Globe für das beste Drehbuch. 

Auch die nächsten beiden Filme waren auf den internationalen Filmmarkt ausgerichtet. Zum einen der wenig erfolgreiche Film "Swiss Tour" (49) mit Cornel Wilde, Simone Signoret, Josette Day, Heinrich Gretler, Leopold Biberti, Zarli Carigiet und Robert Bichler sowie einer blutjungen Liselotte Pulver, die ihr Filmdebüt feierte. Wenige Jahre später avancierte Liselotte Pulver zu einer der erfolgreichsten Darstellerinnen in der Schweiz und in Deutschland. 

Der Film "Die Vier im Jeep" (51) spielte in der Besatzungszone in Wien, als die Stadt unter den vier Mächten Frankreich, England, USA und Russland aufgeteilt war. Gedreht wurde in den realen Ruinen in Wien, was dem Film eine grosse Authentizität verleiht. Die Vier im Jeep wurden dargestellt von Ralph Meeker, Yossi Yadin, Michael Medwin und Albert Dinan, weitere Akteure waren Viveca Lindfors, Paulette Dubost und Geraldine Katt.
Bei beiden Filmen führte wieder Leopold Lindtberg die Regie. 

Danach konzentrierte sich die Praesens wieder vermehrt auf den heimischen Markt und konnte mit einer Reihe von Heimatfilmen erneut grosse Erfolge feiern. So gilt "Heidi" (52) als Filmklassiker mit den damaligen Kinderdarstellern Elsbeth Sigmund und Thomas Klameth. Heinrich Gretler spielte den Alpöhi und auch die weiteren Rollen waren namhaft besetzt mit Margrit Rainer, Fred Tanner, Theo Lingen, Willy Birgel, Carl Wery, Elsie Attenhofer, Max Haufler und Armin Schweizer.
Für die Regie wurde der Italiener Luigi Comencini geholt. 


Für "Unser Dorf/The Village" (53) war wieder Lindtberg für die Regie verantwortlich. Die Dreharbeiten gestalteten sich schwierig und als Lazar Wechsler eine Liebesgeschichte in den Film einbauen wollte, kam es zwischen ihm und Lindtberg zu einem Disput. Auch mit Emil Berna hatte Lindtberg eine Auseinandersetzung und die beiden sprachen nicht mehr miteinander. Der noch junge Kurt Früh, der später selber ein grosser Regisseur werden sollte, vermittelte zwischen den beiden und verhinderte so eine Eskalation.
Obwohl der Film an der Kasse nicht das gewünschte Ergebnis einspielen konnte, wurde er mit dem Goldenen Bären in Berlin und dem Silberloorbeer des David O. Selznick Preises in New York ausgezeichnet. 

Nach dem grossen Erfolg der Gloria-Film-Produktion "Ueli der Knecht" (54) drehte die Praesens im folgenden Jahr die ebenfalls erfolgreiche Fortsetzung "Ueli der Pächter" (57) – nach langer Abwesenheit war dies wieder eine Regiearbeit von Franz Schnyder für die Praesens Film.

Hannes Schmidhauser und Liselotte Pulver verkörperten die Hauptrollen, Emil Hegetschweiler, Hedda Koppé, Leopold Biberti, Marianne Mattli, Erwin Kohlund, Stephanie Glaser, Alfred Rasser, Fredy Scheim, Hans Gaugler, Willy Frey, Peter Arens, Willy Fueter, Johannes Steiner und Sigfrit Steiner runden die illustre Besetzung ab. 

Auch der Kassenerfolg Heidi wurde mit der Fortsetzung "Heidi und Peter" (55) nochmals ins Kino gebracht, Regie führte auch hier Franz Schnyder. Es war dies gleichzeitig der erste Schweizer Farbfilm.

Der Verfilmung "Zwischen uns die Berge" (56) hingegen war kein grosser Erfolg beschieden. Trotz dem Ueli der Knecht-Darsteller Hannes Schmidhauser konnte die Geschichte um die Schweizer Garde am Vatikan nicht überzeugen. Franz Schnyder, der den Film eigentlich nicht drehen wollte, vertraglich aber dazu verpflichtet war, was wohl mit ein Grund war, dass die Geschichte etwas uninspiriert daherkommt.

Im nächsten Film "Taxichauffeur Bänz" (57) setzte man auf den neuen Kinoliebling Schaggi Streuli, der zwei Jahre zuvor mit seiner Rolle des Polizischt Wäckerli – produziert von Gloria-Film – den Durchbruch im Kino schaffte. Neben den Stammschauspielern sah man in dieser Produktion auch Darsteller wie Maximilian Schell, Ruedi Walter, Paul Bühlmann und Edwin Mächler. 


 Der heute noch international populärste Film kam 1958 zustande mit "Es geschah am hellichten Tag" (58). Basierend auf dem Buch "Das Versprechen" von Friedrich Dürrenmatt fasziniert dieser Film um einen Kindermörder auch heute noch und lässt so manchem Zuschauer einen Schauer über den Rücken laufen. Für die Rolle des Polizisten Matthäi holte man den grossen Mimen Heinz Rühmann aus Deutschland, der Kindermörder wurde genial dargestellt von Gert Fröbe. Auch die weiteren Darsteller sind von erster Güte, sowohl aus der Schweiz als auch aus dem Ausland. Dazu gehören Sigfrit Steiner, Michel Simon, Siegfried Lowitz, Heinrich Gretler, Berta Drews, Ewald Balser, Emil Hegetschweiler, Ettore Cella, Max Werner Lenz und Max Haufler.
Die Regie übernahm Ladislao Vajda, der öfters mit Heinz Rühmann zusammenarbeitete. 

Ab 1959 neigte sich die Erfolgswelle der Praesens dem Ende entgegen. Es entstanden einige auch heute noch populären Komödien wie "Hinter den sieben Gleisen" (59) von Kurt Früh mit dem charismatischen Trio Ruedi Walter, Max Haufler und Zarli Carigiet  und "Es Dach überem Chopf" (62) mit Zarli Carigiet in einer seiner seltenen Hauptrollen und einem jungen Bruno Ganz, der hier eine seiner ersten Filmarbeiten unter der Regie von Kurt Früh ablieferte; daneben entstanden noch "Die Ehe des Herrn Mississippi" (61) von Kurt Hoffmann mit O.E. Hasse, Johanna von Koczian, Hansjörg Felmy, Martin Held, Max Haufler, Charles Regnier, Ruedi Walter, Karl Lieffen und Edith Hancke, Kurt Frühs "Der 42. Himmel" (62) mit dem populären Komiker Walter Roderer in der Hauptrolle, die Co-Produktion "Schneewittchen und die sieben Gaukler" (62), welche jedoch mehr als deutsche Produktion denn als Schweizer Film wahrgenommen wird – nicht zuletzt wegen der nur wenigen eingesetzten Schweizer Darstellern in kleinen Rollen wie Inigo Gallo, Zarli Carigiet, Peter W. Staub und Sigfrit Steiner und die an eine Fernsehproduktion erinnernde "Im Parterre links" (63) von Kurt Früh. Der Film wurde ursprünglich von der Gloria-Film in Angriff genommen, wegen finanzieller Probleme sprang dann die Praesens-Film ein, die ihrerseits ebenfalls das Ende ihrer aktiven Produktionstätigkeit erreichte. 

Heute ist die Praesens Film in erster Linie im Filmverleih tätig und darf 2024 ihr 100-jähriges Bestehen feiern.    



Abessinien-Flug

Füsilier Wipf

Die missbrauchten Liebesbriefe

Gilberte de Courgenay

Landammann Stauffacher

Marie-Louise

Die letzte Chance

Die Gezeichneten

Die Vier im Jeep

Palast Hotel

Heidi und Peter

Zwischen uns die Berge

SOS Gletscherpilot

Es geschah am hellichten Tag



Die Praesens Film AG wäre nicht denkbar gewesen ohne Lazar Wechsler. Dieser wurde 1896 in Petrokow geboren. Sein Vater war der Österreicher Josef Wechsler, seine Mutter die Russin Channa-Soschka Wechsler-Horowitz, deren Familie zu den reichsten Familien Polens gehörte. Sein Vater verstarb bereits 1898, seine Mutter lebte bis 1914 weiterhin in Petrokow. Danach zog sie mit ihren Söhnen in die Schweiz. Hier ging Lazar Wechsler an die ETH, wo er Ingenieurwesen studierte. Obwohl er die Ausbildung 1919 mit Diplom abschloss, übte er den Beruf nicht aus. Danach studierte er an der Universität von Zürich Literatur, Geschichte und Rechtswissenschaft, absolvierte aber keine Prüfungen. 

1923 erhielt Lazar Wechsler die Schweizer Staatsbürgerschaft. 
Lazar Wechsler heiratete in der Schweiz Amalie Tschudi, 1918 wurde sein einziger Sohn David Wechsler geboren. 

 Anfangs 1924 traf er zufällig seinen Freund Pierron aus alten Tagen. Dieser reiste von Wien nach Paris und hatte einen kurzen Aufenthalt in Zürich. Das Schicksal wollte es, dass sich die beiden Männer auf dem Bahnhofplatz begegneten und Pierron erzählte, dass er sich im Reklamefilm-Geschäft betätigt. Er erläuterte Lazar Wechsel, was er machte und gab damit den Anstoss, dass auch Lazar Wechsler sich für dieses Metier entschied.

Nachdem der Entschluss stand, konnte Lazar Wechsler nichts mehr stoppen. Er durchforstete Zeitungsinserate und kontaktierte fleissige Zeitungsinserenten, um sie davon zu überzeugen, dass sie ihr Produkt mit einem Reklamefilm schnell populärer machen konnten. So erhielt er seinen ersten Auftrag für Batschari-Zigaretten und Lazar Wechsler ging erfolgreich auf die zahlreichen Kinobetreiber zu, mit denen er einen Vertrag abschliessen konnte, dass diese seine Reklamefilme im Kino zeigten. Ebenfalls im Januar 1924 gründete er die Praesens Film AG. Doch um den Reklamefilm erstellen zu können, fehlte ihm ein Kameramann. Doch auch da musste er nicht lange suchen. Der Flugpionier Walter Mittelholzer war zu dieser Zeit berühmt für seine Dokumentarfilme, die er auf seinen Flügen in Afrika gedreht hatte. Kurzerhand rief er diesen an und konnte ihn nicht nur als Kameramann sondern auch als Teilhaber gewinnen.
Walter Mittelholzer filmte in den nächsten Jahren die Reklamefilme und die Praesens stellte die von Mittelholzer gedrehten Dokumentarfilme für das Kino zusammen und übernahm auch dessen Verleih.

Doch bis die Praesens sich finanziell auszahlen sollte, dauerte es noch eine Weile, die grossen Firmen waren noch skeptisch gegenüber Reklamefilmen eingestellt und Rückschläge gehörten dazu.
Da die Praesens zur der Zeit nur die Kameraausrüstung von Walter Mittelholzer besass, war die Produktion blockiert, sobald Mittelholzer sich wieder auf seinen Flügen befand.

Die Improvisationskunst von Lazar Wechsler zeigte sich aber auch hier. In Zürich war ein Zuckerbäcker bekannt dafür, dass er Amateurfilme drehte und diesen konnte er überzeugen, seine Kamera bei Bedarf an die Praesens auszuleihen.

Ein bedeutender Schritt folgte danach mit dem Engagement von Emil Berna. Dieser arbeitete zu jener Zeit bei Orell-Füssli und hatte für die Praesens Zeichnungsaufträge ausgeführt, um beispielsweise technische Vorgänge bildlich darstellen zu können. Wechsler kontaktierte Berna und dieser erklärte sich bereit, als Kameramann tätig zu werden. 

 Noch entstanden alle Reklamefilme an der Privatadresse von Lazar Wechsler an der Moussonstrasse, wegen Platzmangels drehte Emil Berna daher seine ersten Filme auf dem Balkon der Wohnung.
In Emil Berna hatte Lazar Wechsel einen ebenso fanatischen Mitarbeiter gefunden wie er es selbst war. Als er einem Kunden vorschlug, einen Film mit Doppelbelichtung infolge Vor- und Rücklauf zu drehen, war Lazar Wechsler von der Machbarkeit des Projektes nicht überzeugt. Berna setzte sich durch und drehte den Werbefilm für das Café "Du Lac". Dies war der Durchbruch für die Praesens. Der Reklamefilm überzeugte in Qualität und Originalität und verschaffte der Praesens zahlreiche neue Kunden – weitere Angestellte waren notwendig.
Dazu gehörten der Jurist Dr. Meyer, der später Chef der Central-Film wurde, Wullimann für den Ton und Charles Rüedi aus der Werbebranche kommend. 

Ein weiterer Meilenstein folgte 1929 mit Wechslers Entscheid, den ersten Film in Spielfilmlänge zu realisieren. Aufgerüttelt von Zeitungsartikeln über vermehrte Todesfälle bei Abtreibungen sprach er mit Professor Walthardt und Professor Frey, die beide sein Unterfangen unterstützten.

Über einen Freund suchte Wechsler Kontakt zum Regisseur Sergej Eisenstein und dieser sicherte ihm seine Mithilfe zu – nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil Lazar Wechsler auch russisch sprach. Eisenstein übernahm die Produktionsleitung, sein Kameramann Eduard Tissé führte die Regie. Für den kpl. Film veranschlagte Eisenstein gerade mal CHF 500.--.
Als der Film abgedreht war, lief die Aufenthaltsbewilligung für die beiden Russen ab und sie mussten ausreisen. So musste Wechsler mit Berna und Meyer nach Paris gehen, um diesen vor Ort von Eduard Tissé unter primitivsten Umständen schneiden zu lassen. Mit dem Erfolg konnte sich die Praesens eine finanzielle Reserve anlegen und weitere Filme produzieren.

1930 gesellte sich Richard Schweizer als Drehbuchautor zur Praesens-Crew hinzu. Wechsler entdeckte einen Reklamefilm, bei dem Schweizer die Untertitelung verantwortete und schrieb "Mittag! Die Sonnenstrahlen schimmern, die heisse Luft beginnt zu flimmern..."und dies gefiel Wechsler und engagierte den Autor. Im gleichen Jahr stiess auch Werner Dressler zum Team. Dieser hatte der Praesens einen Trickfilm-Aufnahmetisch angeboten und Lazar Wechsler war interessiert. Da er aber niemanden unter seinen Angestellten hatte, der eine solche Apparatur bedienen konnte, kaufte er den Aufnahmetisch nur unter der Bedingung, dass man ihm auch einen Mitarbeiter zur Verfügung stellt. Dressler geht gleich selbst nach Zürich und nach ein paar Probewochen kündigte er seine Stellung in Deutschland und war von nun an bei der Praesens für die Trickfilme in den Reklamefilmen verantwortlich.

Noch musste man bei den Filmaufnahmen weiterhin improvisieren. Die Praesens verfügte nun wenigstens über eine Kamera, mehrere Bogenlampen und einige hundert Meter Kabel. Doch mit dem Aufkommen des Tonfilms war nun auch eine Tonapparatur von nöten, doch diese waren für die Praesens zu jener Zeit unerschwinglich. Als ein Mitarbeiter namens Wullimann bei Lazar Wechsler den Vorschlag unterbreitet, selber eine Tonapparatur zusammenzubauen, bewilligte ihm Wechsler ein Budget von CHF 1'500.--.
1932 verstärkte Lazar Wechsler sein Team mit Walter Lesch, der soeben aus Berlin in die Schweiz zurückkehrte und auf Empfehlung von Richard Schweizer mit Wechsler in Kontakt kam.

Als Lazar Wechsler 1933 den ersten Dialektfilm bei Richard Schweizer in Auftrag gibt, entstand die Produktion "Wie d'Warret würkt" (33). Doch der Film konnte an den Kinokassen nicht den erhofften Erfolg erzielen. Doch Lazar Wechsler liess sich dadurch nicht entmutigen und widmete sich bereits seinem nächsten Projekt - ein Film über China.
1934 beantragte er das Einreisevisum für sich, seine Frau, Emil Berna und dem Autor Hans Vogel (Verfasser von "China ohne Maske") und gemeinsam reisten sie mit einem gemieteten Autobus durch China. Nach wochenlangen Reisen dem Fluss Jiangtsekiang bis in die Mongolei konnten sie zahlreiches beeindruckendes Filmmaterial auf Zelluloid bannen und sie waren überzeugt, damit einen grossen Erfolg in Europa erzielen zu können. Doch ihre Tätigkeiten blieben den chinesischen Behörden nicht verborgen und so kam es, dass man ihnen bei der Rückreise an der Grenze das Filmmaterial abnahm und es einer Zensurstelle zuführte. Lazar Wechsler ahnte, dass dies kein gutes Ende nehmen würde und er wickelte um den schlanken Emil Berna soviel Filmmaterial um den Oberkörper, so dass es optisch nicht allzu sehr auffiel. Denn tatsächlich erhielt die Filmcrew nach fast zweiwöchiger Wartezeit nur noch einen Bruchteil der beschlagnahmten Filme zurück. Dennoch konnte der Dokumentarfilm einen Achtungserfolg feiern.

Obwohl auch der zweite Dialekt-Spielfilm "Jä-soo!" (35) finanziell kein Erfolg war machte sich Lazar Wechsler 1938 an die Realisierung des Spielfilms "Füsilier Wips" (38) nach einem Roman von Roman Faesi. Bei dieser Gelegenheit konnte Lazar Wechsler den Cutter Hermann Haller für sich gewinnen, der fortan für die Praesens arbeitete.
Die Tonaufnahmen und die Musik von Robert Blum werden im Studiogebäude von Radio Zürich produziert. Lazar Wechsler, der durch einen Illustrierten-Artikel auf den Theaterschauspieler Paul Hubschmid aufmerksam wurde, engagiert diesen für die Titelrolle. "Füsilier Wipf" war nicht nur der kommerzielle Durchbruch des Schweizer Dialektfilms sondern machte Paul Hubschmid zum ersten Filmidol der Schweiz. Die Aussenaufnahmen wurden mehrheitlich in Orvin gedreht.
Da das Militär ihre Unterstützung mit echten Soldaten verweigerte wurden arbeitslose Schweizer und Italiener zu Filmsoldaten herangezogen.

Endlich gelang Lazar Wechsler der grosse Erfolg an den Schweizer Kinokassen - der Dialektfilm hat sich etabliert und wurde ernst genommen.

In den nächsten Jahren produzierte Lazar Wechsler fast nur noch Kinoklassiker wie "Wachtmeister Studer" (39), "Die missbrauchten Liebesbriefe" (40) und "Gilberte de Courgenay" (41) - in beiden spielte Anne-Marie Blanc die Hauptrolle und wurde der erste weibliche Filmstar in der Schweiz - "Landammann Stauffacher" (41), "Das Gespensterhaus" (42), "Der Schuss von der Kanzel" (42), "Marie-Louise" (44) und "Die letzte Chance" (45).
Den Film "Landammann Stauffacher" drehte Wechsler als Ersatz für eine eigentlich geplante Verfilmung der Schlacht am Morgarten. Doch die Herstellungskosten wären zu gross geworden und so erzählte man die Vorgeschichte zur Schlacht am Morgarten - mit Erfolg.
Der Film "Marie-Louise" wäre beinahe nicht veröffentlicht worden. Nachdem der Film fertig gedreht war und die Mitglieder des Verwaltungsrates über das Endprodukt berieten war die einhellige Meinung, dass der Film missraten war. Dieser Meinung schlossen sich auch Lazar Wechsler, Leopold  Lindtberg und Richard Schweizer an. Nur einer setzte sich für den Film ein - Gottlieb Duttweiler. Er verteidigt den Film solange bis der Verwaltungsrat sich einverstanden erklärt, den Film doch zu zeigen.
Anschliessend ging Lazar Wechsler zusammen mit dem Film "Die letzte Chance" in die USA, um dort einen Verleiher zu finden. Doch dort nahm man den Produzenten aus der Schweiz nicht ernst - teilweise wurden die Filme nicht einmal begutachtet. Doch dann erhielt er von Arthur Loew von MGM eine Zusage. Der Erfolg war einmalig. "Marie-Louise" wurde mit einem für das beste Drehbuch ausgezeichnet (Richard Schweizer), "Die letzte Chance" wurde von den New Yorker Filmkritikern zu den besten zehn Filmen des Jahres 1945 gezählt.

Durch diese internationalen Erfolge beflügelt realisierte Lazar Wechsler kurz nach Ende des 2. Weltkrieges zwei weitere Filme mit internationaler Besetzung. Für die Produktion "Die Gezeichneten" (47) konnte Wechsler den US-Regisseur Fred Zinnemann gewinnen. Zinnemann bringt den Schauspieler Montgomery Clift mit, der im Film die Hautprolle spielen wird. Wenige Jahre später wurde aus Montgomery Clift ein Weltstar, in "Die Gezeichneten" sah man ihn ein allererstes Mal auf der Kinoleinwand. Der Film wurde mit insgesamt drei Oscars ausgezeichnet.
Der Film "Die Vier im Jeep" spielt im verbombten Wien, wo sich die vier Grossmächte England, USA, Russland und Frankreich die Kontrolle teilen.

Danach konzentrierte sich die Praesens Film wieder auch Filme mit mehr Schweizer Bezug. In den 50er Jahren entstanden erfolgreiche Filme wie "Heidi" (52), "Heidi und Peter" (55), "Uli der Pächter" (55), "Taxichauffeur Bänz" (57) und "Hinter den sieben Gleisen" (59).
Doch vor allem der Film "Es geschah am hellichten Tag" (58) schaffte es noch einmal, international grosse Beachtung zu finden. Lazar Wechsler besetzte den Film mit deutschen Stars wie Heinz Rühmann als Polizist und Gert Fröbe als Kindermörder, Siegfried Lowitz als Polizeileutnant und Ewald Balser als Professor Manz und aus Frankreich Michel Simon als Jacquier. Aber auch viele Schweizer Filmgrössen wurden engagiert wie Heinrich Gretler, Emil Hegetschweiler, Hans Gaugler, Margrit Winter, Ettore Cella, Max Knapp, Max Werner Lenz und Max Haufler. Das Drehbuch schrieb der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, der anschliessend eine abgeänderte Version als Buch unter dem Titel "Das Versprechen" herausgab.

Die 60er Jahren markierten das Ende der erfolgreichen Ära der Praesens. Letzte Filme entstanden mit "Der Teufel hat gut lachen" (60), "Die Ehe des Mississippi" (61), "Es Dach überem Chopf" (62), "Der 42. Himmel" (62) und "Im Parterre links" (63) - eine Produktion für das Fernsehen.


Auszeichnungen der Praesens Film


Biennale Venedig 1942
Die missbrauchten Liebesbriefe

Oscar 1945 & 1948

Golden Globe der ausl. Filmkritiker New York 1945 & 1948

Page One Award der Journalistenvereinigung NY 1948

Preis der ausl. Journalisten in Hollywood 1948 für The Search

Auszeichnung von "Parents Magazine" 1948

Intern. Filmfestspiele Berlin 1951
Dramatischer Film

Intern. Filmfestspiele Berlin 1953

1. Preis des 5. Intern. Jugendfilm - Festivals, Biennale Venedig 1953

Preis des Jugendfestivals Triest 1953

Silberlorbeer des intern. Selznick-Preises 1953

Trofeo olivo d'oro des Festivals des humoristischen Films Bordighera 1963



Alle Filme der Praesens Film

Bern (26)
Zürich und der Zürichsee (27)
Basel (27)
Die Uhrenfabrikation (28)
Hallo Switzerland! (29)
Frauennot - Frauenglück (29)
Feind im Blut (31)
Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? (32)
Tannenberg (32)
Wie d'Warret würkt (33)
Abessinien-Flug (34)
Jä-soo! (35)
Kleine Scheidegg (37)
Füsilier Wipf (38)
Wachtmeister Studer (39)
Fräulein Huser (40)
Die missbrauchten Liebesbriefe (40)
Gilberte de Courgenay (41)
Landammann Stauffacher (41)
Emil, mer mues halt rede mitenand (41)
Das Gespensterhaus (42)
Der Schuss von der Kanzel (42)
Wilder Urlaub (43)
Marie-Louise (44)
Die letzte Chance (45)
Matto regiert (47)
Die Gezeichneten (48)
Swiss Tour (49)
Die Vier im Jeep (51)
Heidi (52)
Unser Dorf (53)
Der Prozess der Zwanzigtausend (54)
Heidi und Peter (55)
Ueli der Pächter (55)
 Zwischen uns die Berge (56)
Taxichauffeur Bänz (57)
Es geschah am hellichten Tag (58)
Hinder den sieben Gleisen (59)
Der Teufel hat gut lachen (60)
Die Ehe des Herrn Mississippi (61)
Die Schatten werden länger (61)
Es Dach überem Chopf (62)
Der 42. Himmel (62)
Schneewittchen und die sieben Gaukler (62)
Im Parterre links (63)
Der Sittlichkeitsverbrecher (63)
Der Arzt stellt fest... (66)