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DER SCHWEIZER FILM

 
 
Röbi Rapp

Röbi Rapp

1930

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Der Kinderdarsteller Röbi Rapp kam durch ein tragisches Schicksal zur Theater- bühne. Als sein Vater bereits 1937 verstarb, musste seine Mutter verschiedene Jobs annehmen, um den Lebensunterhalt zu verdienen. So arbeitete sie abends auch als Garderobiere beim Theater, wo sie ihren Sohn immer wieder mitnahm.

Schliesslich wurde sie angefragt, ob der junge Röbi Rapp nicht eine Kinderrolle in einem Stücke übernehmen könnte. So feierte er bereits im Alter von 8 Jahren erste schauspielerische Erfahrungen am Schauspielhaus sein Schauspieldebüt und er wirkte u.a. in einem Theaterstück von Leopold Lindtberg mit. Bis 1945 folgten immer wieder Auftritte an diesem Theater. Zudem wirkte er an der Landi 1939 in einem Theaterstück unter der Regie von Hermann Ferdinand Schell, dem Vater von Maria und Maximilian Schell.

1941 erhielt er die Titelrolle im Film "Das Menschlein Matthias" (41), welches die Geschichte eines Verdingbubs in der Schweiz erzählt. Zu seinen Filmpartnern gehörten Leopold Biberti, Walburga Gmür, Petra Marin, Hans Fehrmann und Sigfrit Steiner. Obwohl der Film ausgezeichnete Kritiken erhielt, blieb dies der einzige filmische Ausflug von Röbi Rapp.

Nach dem Krieg erlernte er einen bürgerlichen Beruf als Friseur und besass in späteren Jahren einen eigenen Friseursalon. Seine künstlerische Ader aber lebte er auch zu jener Zeit weiter aus, wenn auch mehr als Hobby denn als Beruf. So agierte er gelegentlich weiter auf verschiedenen Bühnen, u.a. auch am Theater am Neumarkt und trat als Sänger und Tänzer bei Anlässen auf.

1956 lernte er Ernst Ostertag kennen und die beiden wurden ein Paar. Obwohl sich Ernst Ostertag schon damals für die Normalität der Homosexualität einsetzte, mussten sie ihr gemeinsames Leben viele Jahrzehnte geheim halten. Erst 2003, als es erstmals möglich war, eine gleichgeschlechtliche Heirat durchzuführen, waren die beiden das erste Paar des Kantons Zürich, das sich trauen liess. Aufgrund ihrer Erfahrungen in der Schwulenszene und den Schwierigkeiten gegenüber der Gesellschaft wurde 2014 ihr Leben mit "Der Kreis" (14) verfilmt. Zu den Darstellern gehören u.a. Marianne Sägebrecht, Babett Arens, Ueli Jäggi, Maja Stolle und Anatole Taubman. Der Name des Films bezieht sich auf die gleichnamige Schwulenzeitschrift, die anfangs der 40er Jahre gegründet wurde und in deren Theatergruppe Röbi Rapp nach dem Krieg aktiv war.

Der Film wurde als offizieller Beitrag der Schweiz für die Kategorie des besten ausländischen Films für die Oscar-Verleihung 2015 angemeldet, schaffte es aber nicht in die Nominationen.

Auf seinen einmaligen Filmauftritt 1941 angesprochen meinte Röbi Rapp: "Als Schauspieler hätte ich keine Karriere gemacht, dazu war ich zu androgyn. Ich wäre aber sicher eine gute Schauspielerin gewesen".


Foto mit freundlicher Genehmigung von Röbi Rapp & Ernst Ostertag
© Rapp&Ostertag