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Fern Andra

Picture Fern Andra
Foto: Alexander Binder (1888-1929)

1893 - 1974

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Die Schauspielerin Fern Andra wurde als Fern Edna Andrews in Watseka, Illinois geboren. In eine Zirkusfamilie hineingeboren, trat sie bereits im Alter von vier Jahren mit einem Drahtseilakt auf der Bühne auf, ein Jahr später stand sie erstmals auf einer Theaterbühne im Stück "Onkel Toms Hütte".

Über Engagements von London und den Berliner Wintergarten kam sie in Kontakt mit dem Filmgeschäft. 1913 debütierte sie im Film "Ave Maria" und feierte ein Jahr später grosse Erfolge mit "Vermisst gemeldet" (14), "Der Stern" (14) und "Mondfischerin" (14).

Fern Andra entpuppte sich als Frau für alles. Ab 1915 schrieb sie Drehbücher, führte Regie und übernahm die Produktion. Im gleichen Jahr gründete sie ihre eigene Filmproduktion mit dem Namen "Andra-Film", ein Jahr später eröffnete sie das Fern-Andra-Film-Atelier. Zu ihren Regiearbeiten gehören "Eine Motte flog zum Licht" (15), "Ernst ist das Leben" (16) und "Wenn Menschen reif zur Liebe werden" (16).

Oftmals nutzte Fern Andra ihre erlernte Akrobatik zur Zirkuszeit und setzte ihre Fähigkeiten in den Filmen ein, wo man ihre Waghalsigkeit und ihren Mut bewunderte.
Fern Andra wusste auch, wie sie für ihre Filme und sich selbst zu werben hatte. Sie war sozusagen eine Vorreiterin der "Making of"-Trailer, in denen sie von Unfällen bei den Dreharbeiten berichtete und die Arbeit hinter den Kulissen zeigte.

Als Amerika in den ersten Weltkrieg eintrat, wurde die in Amerika geborene Schauspielerin plötzlich feindselig betrachtet und gar als Spionin verdächtigt. Um den Gerüchten ein Ende zu bereiten, heiratete sie den preussischen Baron Friedrich von und zu Weichs, welcher kurze Zeit später im Krieg fiel.

In den kommenden Jahren feierte sie mit ihren Filmen weitere grosse Erfolge, zu den bekanntesten Produktionen zählen "Gesprengte Ketten" (15), "Die Seele einer Frau" (16), "Die Rache des Titanen" (19), "Genuine" (20), "Die Nacht der Königin Isabeau" (20) und "Der rote Reiter" (23).

Der Film "Genuine" erregte damals vor allem deshalb grosse Erregung, weil Fern Andra mit vom Maler César Klein direkt auf ihren Körper aufgemalten Kostümen vor die Kamera trat.

Fern Andra überlebte 1922 einen Flugzeugabsturz, bei dem ihr Begleiter Lothar von Richthofen den Tod fand, 1924 heiratete sie den Mittelgewichtsmeister im Boxen Kurt Prenzel - Ereignisse, die damals in der Presse weidlich ausgeschlachtet wurden.

Ab Mitte der 20er Jahre neigte sich der Starruhm der Fern Andra schnell dem Ende zu. Sie spielte noch in "Zalamort" (24), "Frauen der Leidenschaft" (26) und "Funkzauber" (27), doch der Erfolg stellte sich nicht mehr ein.
Auch ihr Ausflug nach England brachte ihre Filmkarriere nicht mehr in Schwung. Sie spielte dort in "The Warning" (28), "Spangles" (28) und "The Eyes of the World" (30), danach konzentrierte sie sich auf Rundfunk- und Fernseharbeiten und trat im Theater auf.
 

Weitere Filme mit Fern Andra:
Auf Patrouille im Osten (14) Zwei Freunde (15) Geheimnisvolle Gewalten (15) Pariser Mode - von heute (15) Eine Motte flog zum Licht (15) Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht (15) Ernst ist das Leben (16) Der Gürtel der Dollarfürstin (16) Wenn Menschen reif zur Liebe werden (16) Sein letzter Richterspruch (16) Der Seele Saiten schwingen nicht (17) Ein Blatt im Sturm...doch das Schicksal hat es verweht (17) Des Lebens ungemischte Freude (17) Die nach Glück und Liebe suchen (18) Drohende Wolken am Firmament (18) Frühlingsstürme im Herbste des Lebens (18) Auf des Lebens rauher Bahn (18) Um Krone und Peitsche/Der Todessprung (18) Saferndri, die Tänzerin von Dschiapur (18) Gebannt und erlöst (19) Der Frauenspekulant (19) Madame Récamier (20) Zwei Menschen (21) Die treibende Kraft (21) Des Lebens und der Liebe Wellen (21) Praschnas Geheimnis (22) Die Liebe ist der Frauen Macht/Kabale und Liebe im Zirkus (24) ...und es lockt ein Ruf aus sündiger Welt (25) The Burgomaster of Stilemonde (28) Lotus Lady (30)


 
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