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Eva von Berne


1910 - 2010

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Die Schauspielerin Eva von Berne wurde als Genofeva Plentzner von Scharneck in Sarajevo geboren. Die Überschrift zu ihrem Leben könnte lauten: "Die Frau, die zwei Tode starb", aber lesen sie selbst.

Nach dem Ausbruch des 1. Weltkriegs floh die Familie Pentzner von Scharneck nach Wien. Dort arbeitete Eva von Berne zunächst als Tanz-Instruktorin und Model, ehe sie durch puren Zufall für den Film entdeckt wurde.
Dank eines Zeitungsartikels, dem zusätzlich ein Foto von ihr beigefügt war, wurde sie von der Schauspielerin Norma Shearer und deren Ehemann, dem Produzenten Irving G. Thalberg auf deren Hochzeitsreise durch Europa entdeckt.

Irving G. Thalberg engagierte die junge Künstlerin, um aus ihr eine zweite Greta Garbo in den USA zu machen.

1928 reiste Eva von Berne in die USA, obwohl sie kaum englisch sprechen konnte und erhielt dort ihren Künstlernamen.
Gerade mal 18 Jahre alt traf sie völlig unvorbereitet auf die amerikanische Filmwelt, wo man sie zunächst als zu füllig beurteilte. Auch der Starrummel um ihre Person bereitete ihr grosse Probleme - wohl mit ein Grund, dass sie sich schon bald aus dem Filmgeschäft zurückzog.
Die Dreharbeiten zu ihrem ersten Film verzögerten sich dadurch und sie musste sich einer radikalen Diätkur unterziehen.
Schliesslich konnte sie die Rolle der Virginia im Film "The Masks of the Devil" (28) an der Seite des legendären Stummfilmstars John Gilbert spielen, Regie führte Victor Sjöström.

Der Film wurde ein grosser Erfolg und auch Eva von Berne erhielt gute Kritiken. Dennoch waren die Anfangsschwierigkeiten in einigen Köpfen der Verantwortlichen noch immer präsent und sie schickten sie nach Europa zurück, offiziell damit begründet, englisch zu lernen.

Dort angekommen konnte sie in einigen deutschen Filmen mitwirken, darunter "Somanmbul" (29) mit Fritz Kortner, Erna Morena und Veit Harlan, "Flucht in die Fremdenlegion" (29) mit Hans Stüwe und Eugen Burg, "Der Ruf des Nordens" (29) mit Luis Trenker und Aribert Mog sowie "Trust der Diebe" (29) mit Agnes Esterhazy und Paul Otto.

Aus Amerika kamen keine neuen Nachrichten, da dort einem MGM-Mitarbeiter ein fataler Fehler unterlief, als dieser aufgrund einiger Zeitungsartikel die Information herausgab, dass Eva von Berne 1930 im Alter von 20 Jahren an den Folgen übermässiger Diät verstorben sei. Da Eva von Berne gleichzeitig keine weiteren Filme mehr in Europa drehte, wurde dieser Fehler Jahrzehnte lang nicht bemerkt und ihr Todesjahr floss in zahlreiche Publikationen ein. Für Eva von Berne war dies ein angenehmer Umstand, da sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden hatte, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen.

Selbst noch in den 80er Jahren hatte dieser Mitarbeiter von MGM im Magazin "Sight and Sound" ihr Todesjahr mit 1930 bestätigt.

In Realität arbeitete Eva von Berne als Leiterin für die Gestaltung von Schaufenstern in Wien, später floh sie nach Ausbruch des 2. Weltkriegs nach Salzburg, wo sie mit ihrer Familie lebte.
Daneben war sie auch als Bildhauerin erfolgreich und hatte mehrere Ausstellungen in Österreich.

Erst viele Jahre später wurde es der Öffentlichkeit bewusst, dass Eva von Berne noch am Leben ist.

Autogramme von Eva von Berne dürften daher eher selten anzutreffen sein. Dies bestätigte sie auch in einem Interview von 2006 mit Toni Schieck: "Ich glaube, es war ein Glück, dass die Welt dachte, dass ich verstorben sei, denn so musste ich mich nicht mit Autogramm-Jägern befassen".

2010 verstarb Eva von Berne im Alter von 100 Jahren im ungarischen Hedervar.
 

Weitere Filme mit Eva von Berne:
The Masks of the Devil (28) Somnambul (29) Flucht in die Fremdenlegion (29) Der Ruf des Nordens (29) Trust der Diebe (29)


 
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