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DER DEUTSCHE
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Joachim Gottschalk


1904 - 1941

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Der Schauspieler Joachim Gottschalk arbeitete nach dem Abitur als Matrose auf einem Schulschiff der Handelsmarine. Mit dem verdienten Geld finanzierte er sich den Schauspielunterricht, den er in Berlin genoss. 

Seine Engagements konzentrieren sich vorerst ganz auf das Theater. Als er 1937 ein erstes Filmangebot erhielt, lehnte er dieses aus Angst ab. Er wollte nicht unnötig auf sich aufmerksam machen, besonders da er mit der Schauspielerin Meta Wolff (mit jüdischer Abstammung) verheiratet war.

Gottschalks Talent setzte sich über seine Angst hinfort und 1938 spielte er erstmals in einer Filmproduktion mit. Seine Wesensmerkmale - eine ruhige Erscheinung und eine unterkühlte Darstellung - faszinierten. 

Obwohl er in lediglich sieben Filmen mitwirkte, spielte er nicht weniger als viermal zusammen mit der betörenden Schauspielerin Brigitte Horney - "Du und ich" (38), "Aufruhr in Damaskus" (39), "Eine Frau wie Du" (39) und "Das Mädchen von Fanö" (41). Wären die politischen Umstände anders gewesen, wäre wohl ein neues Film-Traumpaar entstanden.

Doch das Schicksal schlug einen anderen Weg ein. Als dem Nazi-Propaganda-Ministerium bekannt wurde, dass Gottschalks Frau Meta Jüdin war, stellte es den Schauspieler vor die Wahl, sich entweder unverzüglich von seiner Frau zu trennen oder sofort zur Wehrmacht einberufen und an die Front geschickt zu werden. Gottschalk aber befürchtete: Wie auch immer er sich auch entscheiden würde, Frau und Sohn kämen mit hoher Wahrscheinlichkeit in ein KZ. Daher lehnte er die Trennung von seiner Frau ab. Daraufhin erhielten seine Frau und ihr gemeinsamer Sohn die Information, dass sie nach Theresienstadt deportiert werden. Joachim Gottschalk stellte den Antrag, seine Familie begleiten zu dürfen, die Bitte wurde jedoch abgelehnt.

Mit einem Arbeitsverbot belegt, konnte Gottschalk 1941 noch einmal vor die Kamera treten, diesmal für das neuentstandende Medium Fernsehen (seit 1935, jedoch mit einer sehr eingeschränkten Anzahl an Empfängern), wo er im Fernsehspiel "Karl und Anna" mitwirkte. Die Sendung wurde jeweils live gespielt und direkt ausgestrahlt. Bei der 9. Sendung erschien Gottschalk nicht mehr im Fernsehstudio.
In die Ecke gedrängt nahmen sich Joachim Gottschalk und seine Angehörigen in der Nacht vor der Deportation das Leben. Ihr Tod wurde in den Zeitungen nicht publiziert, seine Filme nicht verboten.

1999 wurde der Familie Gottschalk eine späte Ehrung zuteil. Ihre letzte Ruhestätte wurde zum Ehrengrab der Stadt Berlin erklärt.
Damit wurde einem fast vergessenen Schauspieler ein würdiges Denkmal gesetzt und vor der Vergessenheit bewahrt. 
 

Weitere Filme mit Joachim Gottschalk:
Flucht ins Dunkel (39) Ein Leben lang (40) Die schwedische Nachtigall (41)


 
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